Neue PAU in Spanien ab 2026: Kompetenzorientierte Prüfungen und einheitlichere Bewertung geplant

May 28, 2026 | Entrevista

Die neue spanische Hochschulzugangsprüfung PAU wird ab 2026 stärker auf Kompetenzen, Analysefähigkeit und gemeinsame Bewertungskriterien im gesamten Staatsgebiet ausgerichtet. Die Reform modernisiert das bisherige Zugangssystem zur Universität und soll nach Angaben der zuständigen Stellen mehr Chancengleichheit für Schüler in allen autonomen Gemeinschaften schaffen.

Die Neuregelung behält die Grundstruktur der bisherigen EBAU bei, führt jedoch Änderungen bei Prüfungsformat und Bewertung ein. Künftig sollen die Prüfungen stärker die Fähigkeit zur Analyse, Kreativität, kritisches Denken sowie die akademische Reife der Schüler bewerten. Der Anteil klassischer Auswendiglernaufgaben wird reduziert.

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Einheitlichere Bewertung in ganz Spanien

Ein zentrales Ziel der neuen PAU besteht darin, die Unterschiede zwischen den autonomen Gemeinschaften bei der Korrektur und Benotung zu verringern. Dafür werden gemeinsame Grundkriterien für die Bewertung eingeführt.

Alle Prüfungen müssen künftig detaillierte Angaben zu den Bewertungskriterien enthalten. Besonderes Gewicht erhalten dabei die Kohärenz der Antworten, grammatikalische Korrektheit, die Präsentation der Inhalte sowie die Qualität des schriftlichen Ausdrucks.

Mehr offene Fragen und praxisnahe Aufgaben

Nach der neuen Regelung müssen mindestens 70 Prozent der Gesamtpunktzahl jedes Examens aus offenen oder halb offenen Aufgaben bestehen. Damit sollen begründete, strukturierte und kontextbezogene Antworten gefördert werden.

Die Prüfungen orientieren sich künftig stärker an realitätsnahen Situationen aus dem Alltag der Schüler und beziehen Inhalte aus wissenschaftlichen, humanistischen, technologischen und künstlerischen Bereichen ein.

Struktur der Pflichtphase bleibt bestehen

Die verpflichtende Prüfungsphase umfasst weiterhin Spanische Sprache und Literatur, eine Fremdsprache, Geschichte Spaniens oder Geschichte der Philosophie sowie ein spezifisches Fach der jeweiligen Bachillerato-Richtung.

In autonomen Gemeinschaften mit Kooffizialsprache wird zusätzlich eine entsprechende Sprachprüfung durchgeführt.

Auch die freiwillige Phase zur Verbesserung der Zulassungsnote bleibt bestehen. Schüler können weiterhin zusätzliche Prüfungen in Wahl- oder Schwerpunktfächern ablegen, um ihre Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen.

Prüfungsdauer und Endnote unverändert

Jede Prüfung wird weiterhin 90 Minuten dauern. Zwischen den einzelnen Prüfungen sind Mindestpausen vorgesehen.

Die endgültige Zulassungsnote setzt sich weiterhin aus den Leistungen im Bachillerato und der erreichten Punktzahl in der PAU zusammen.

Anpassung an neue Bildungsziele

Mit der Reform soll das Hochschulzugangssystem stärker an die neuen Bildungspläne und aktuellen Ausbildungsanforderungen angepasst werden. Ziel ist ein praxisorientierteres Bewertungsmodell, das Kompetenzen und analytische Fähigkeiten stärker berücksichtigt.