Die Regierung der Balearen hat ein außerordentliches Förderprogramm in Höhe von 10 Millionen Euro aufgelegt, um Selbstständige sowie kleine und mittlere Industrieunternehmen bei den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten zu unterstützen. Die Maßnahme soll Unternehmen entlasten, die durch steigende Logistik-, Energie- und Beschaffungskosten unter zusätzlichen wirtschaftlichen Druck geraten sind.
Das Hilfspaket richtet sich an den Industriesektor der Balearen und soll die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Stabilität der betroffenen Betriebe sichern. Die Unterstützung erfolgt über zwei voneinander unabhängige Förderlinien, die unterschiedliche Kostenbereiche abdecken.
Balearen stellen 10 Millionen Euro für Industriehilfen wegen Auswirkungen des Nahostkonflikts bereit. Zwei Millionen Euro für höhere Transportkosten
Die erste Förderlinie ist mit insgesamt zwei Millionen Euro ausgestattet. Sie dient dazu, zusätzliche Kosten beim Transport von Waren auszugleichen, die von den Balearen exportiert werden.
Förderfähig sind Transportausgaben, die unmittelbar mit der Geschäftstätigkeit zusammenhängen und Arbeitsstätten auf den Balearen zugeordnet werden können. Berücksichtigt werden Kosten für Transportvorgänge, die zwischen dem 28. Februar und dem 31. Dezember 2026 durchgeführt werden.
Mit dieser Maßnahme soll insbesondere die Belastung durch steigende internationale Logistikkosten reduziert werden, die exportorientierte Industrieunternehmen direkt betrifft.
Acht Millionen Euro für Energie und Rohstoffe
Die zweite Förderlinie umfasst acht Millionen Euro und konzentriert sich auf den Anstieg der Kosten für Kraftstoffe und Rohstoffe.
Förderfähig sind Ausgaben für Treibstoffe, die sowohl beim internen als auch beim externen Warentransport eingesetzt werden. Darüber hinaus können Unternehmen Unterstützung für Kraftstoffe beantragen, die für Maschinen und Anlagen in den Produktionsprozessen benötigt werden.
Zusätzlich sieht das Programm Hilfen für Unternehmen vor, die von steigenden Preisen bei industriellen Rohstoffen betroffen sind. Anspruchsberechtigt sind Betriebe, deren Beschaffungskosten im Geschäftsjahr 2025 mehr als 40 Prozent der gesamten Betriebskosten ausgemacht haben.
Die Maßnahme richtet sich insbesondere an Unternehmen, die aufgrund ihrer Produktionsstruktur in hohem Maße von Schwankungen auf internationalen Märkten abhängig sind.
Unterschiedliche Höchstbeträge je nach Insel
Die maximale Fördersumme beträgt bis zu 20.000 Euro für Unternehmen mit Sitz auf Mallorca.
Für Unternehmen auf Menorca und Ibiza liegt die Obergrenze bei 22.500 Euro. Betriebe auf Formentera können Zuschüsse von bis zu 25.000 Euro erhalten.
Unternehmen haben die Möglichkeit, eine oder beide Förderlinien in Anspruch zu nehmen, sofern die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt werden und dieselben Kosten nicht mehrfach gefördert werden.
Anträge ab Mitte Juni möglich
Der Antragszeitraum läuft vom 15. bis zum 30. Juni 2026. Die Vergabe der Mittel erfolgt in der Reihenfolge des Eingangs vollständig eingereichter Anträge und bis zur Ausschöpfung des verfügbaren Budgets.
Mit dem Förderprogramm reagiert die Regierung der Balearen auf die wirtschaftlichen Auswirkungen des internationalen Umfelds und stellt zusätzliche Mittel bereit, um die industrielle Tätigkeit, Investitionen und Arbeitsplätze in der Inselregion zu unterstützen.
