Spanien hat sich nach Angaben des Ministers für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, Luis Planas, in den vergangenen Jahrzehnten von einem Nettoimporteur von Lebensmitteln zu einer bedeutenden Exportnation im Agrar- und Ernährungssektor entwickelt. Die Aussage erfolgte bei der institutionellen Präsentation der Fachmesse Alimentaria 2026, die vom 23. bis 26. März in Barcelona stattfinden wird.
Laut Planas spiegelt diese Entwicklung eine strukturelle Transformation des spanischen Agrar- und Ernährungssystems wider. Der Minister erklärte, dass spanische Lebensmittel und Getränke heute in 193 Ländern vertreten seien und international zunehmend für Qualität, Innovation und ihre Verbindung zur mediterranen Ernährung geschätzt würden.
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Rekord bei Exporten im Jahr 2025
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums erreichten die Agro- und Lebensmittelexporte Spaniens im Jahr 2025 mehr als 78 Milliarden Euro und damit einen neuen Höchststand.
Planas betonte, dass hinter dieser Entwicklung die Arbeit zahlreicher Akteure stehe: Landwirte, Viehzüchter, Fischer sowie die Lebensmittelindustrie. Diese Akteure gewährleisteten täglich eine sichere, qualitativ hochwertige und wettbewerbsfähige Lebensmittelversorgung.
Seit 2018 seien die spanischen Agrarexporte laut Ministerium um mehr als 80 % gestiegen, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Sektors unterstreiche.
Bedeutung für Beschäftigung und Industrie
Das gesamte Agro- und Fischereisystem Spaniens beschäftigt derzeit mehr als 1,3 Millionen Menschen. Zudem existieren laut Ministerium über 27.000 Lebensmittelunternehmen, darunter mehr als 3.000 Genossenschaften.
Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie gilt damit als größter Industriezweig des Landes gemessen an Beschäftigung und Umsatz innerhalb des verarbeitenden Gewerbes.
Geopolitische Rahmenbedingungen und Kostenentwicklung
Die Messe Alimentaria 2026 findet laut Planas in einem geopolitisch komplexen Umfeld statt, das den internationalen Handel mit Rohstoffen beeinflusst.
Die spanische Regierung beobachte insbesondere die Entwicklung der Preise für Erdöl, Gas und Düngemittel, da diese direkte Auswirkungen auf Produktionskosten in Landwirtschaft und Fischerei sowie auf Transport und Lagerung entlang der gesamten Lebensmittelkette hätten.
Auch internationale Handelsfragen spielen eine Rolle. Die Regierung analysiert laut Ministerium die Entwicklung von Zöllen und Handelsbeziehungen, insbesondere mit den USA, die im Jahr 2025 das siebte Zielland für spanische Agrar- und Lebensmittelexporte waren.
Vor diesem Hintergrund betonte Planas die Bedeutung einer Diversifizierung der Exportmärkte sowie neuer Handelsmöglichkeiten im Rahmen internationaler Abkommen, unter anderem mit Mercosur, Indien und Indonesien.
Staatliche Unterstützung für Modernisierung und Digitalisierung
Die Regierung unterstützt nach Angaben des Ministers die Modernisierung des Sektors über mehrere Programme.
Im Rahmen des PERTE Agroalimentario wurden rund 320 Millionen Euro für mehr als 440 Modernisierungsprojekte in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie mobilisiert, einschließlich der Fischerei- und Aquakulturbranche.
Darüber hinaus erhielt der Sektor über das Programm Kit Digital mehr als 118 Millionen Euro zur Förderung der digitalen Transformation.
Zusätzlich investierte das Ministerium über 280 Millionen Euro in Genossenschaften und prioritäre Unternehmensverbünde, um die Wettbewerbsfähigkeit und Zusammenarbeit innerhalb des Sektors zu stärken.
Alimentaria 2026 feiert 50-jähriges Bestehen
Die Messe Alimentaria 2026 markiert zugleich den 50. Jahrestag der ersten Ausgabe der Veranstaltung. Das spanische Landwirtschaftsministerium wird mit einem 587 Quadratmeter großen institutionellen Bereich vertreten sein, in dem 80 spanische Unternehmen aus der ökologischen Produktion aus verschiedenen Bereichen teilnehmen.
Geplant sind außerdem mehrere Fachveranstaltungen, darunter:
- die erste internationale Kochmeisterschaft, unterstützt von Alimentos de España,
- der Wettbewerb um das beste Brot der Alimentaria,
- sowie das Finale des Wettbewerbs Koch und Kellner des Jahres 2026.
Die Messe findet gemeinsam mit Hostelco, der internationalen Fachmesse für Gastronomie- und Hotelausstattung, statt. Beide Veranstaltungen sollen eine gemeinsame Plattform für die gesamte Wertschöpfungskette der Lebensmittel-, Gastronomie- und Hospitality-Branche bilden.
Planas erklärte dazu, dass Fachmessen wie Alimentaria eine wichtige Gelegenheit darstellten, „das Talent, die Qualität und das Potenzial des spanischen Agrar- und Ernährungssektors international sichtbar zu machen“.
